Sonntag, 21. Dezember 2008
Werkbesprechung: Die Räuber
Das Drama "Die Räuber" wurde von Friedrich Schiller (1759 - 1805) in der Epoche des Sturm und Drang (1767 - 1805), auch Geniezeit genannt, geschrieben. Die Überordnung des Genies über den kritischen Geist der Aufklärung war eine der wesentlichsten Forderungen der Stürmer und Dränger. Der Kern dieses Stücks basiert auf einigen Moralvorstellungen, wie zum Beispiel die Vaterliebe, die Bruderliebe und Ehre. In meiner Werkbesprechung werde ich das in diesem Stück entworfene Bild der Tyrannei und des Tyrannen beschreiben, erklären welches Bild der Gesellschaft in diesem Stück geschaffen wird, erörtern, ob die Kritik an der Tyrannei heute noch aktuell ist und werde beschreiben, was in diesem Zusammenhang inhaltlich den größten Eindruck bei mir hinterlassen hat.
Um sich ein Bild eines Tyrannen machen zu können, ist es wichtig, die Denkweise von Franz Moor zu betrachten. Für die Gesellschaft dieser Zeit waren bestimmte Werte wie die Vater - und Bruderliebe sehr bedeutend. Diese Werdte und Moralvorstellungen werden von Franz nicht mehr beachtet: Er belügt seinen Vater, den "alten Moor", und redet ihm ein, er solle Karl aufgrund seines unmöglichen Benehmens den Namen "Moor" entziehen. "[...] - vielleicht, o Vater, Vater, Vater - seht Euch nach einem anderen Namen um, sonst deuten Krämer und Gassenjungen mit Fingern auf Euch, die Euren Herrn Sohn auf dem Leipziger Marktplatz im Porträt gesehen haben." [I,1: S.12] Weiters trachtet Franz danach endlich der Nachfolger seines Vaters zu werden und will ihn sterben sehen. "Ja recht, das wars, worüber ich dich vernehmen wollte - Maximilian ist schlafen gegangen in der Väter Gruft. Ich bin Herr. [...]" [III,1: S.77] Als Maximilian , der "alte Moor", scheinbar stirbt, bemerkt Franz, dass sein Vater noch lebt, lässt ihn einsperren und will ihn verhungern lassen. Das ist ein klarer Verstoß gegen die Vaterliebe und zugleich eine der größten Sünden - der Vatermord. Ebenso bemitleidet sich Franz oft selbst. "Warum mußte sie [die Natur] mir diese Bürde von Häßlichkeit aufladen? Gerade mir? [...] Warum gerade mir diese Lappländernase?" [I,1: S.16] Franz ist eifersüchtig auf Karl, weil er der Erstgeborene und scheinbar auch der schönere Bruder von beiden ist. Franz tötet sich zum Schluss selbst, weil ihn sein schlechtes Gewissen einholt und er die Strafe für seine Taten fürchtet.
Die Frage, was für ein Bild von der Gesellschaft in diesem Drama entworfen wird, lässt sich gut am Beispiel Karl Moor und seinen Handlungen sowie der Beschreibung der "positiven Charaktere" in diesem Werk erklären. Karl wird nicht aus Spaß zum Räuber, sondern er will seine Haltungen klar vorzeigen. Er ist der typische "Kerl - das Universalgenie", der im Sturm und Drang sozusagen als der "Gute" beschrieben wird. Man bekommt von ihm auch nicht den Eindruck, er wäre ein Mörder und Räuber, sondern er wird mehr als "Robin Hood - Figur" dargestellt. Er nimmt den Reichen etwas und gibt es den Armen.
Der Schwur, den er den Räubern leistet, ist wiederum ein wesentliches Beispiel für Sturm und Drang. Einen Schwur zu leisten bedeutete ihn ein Leben lang einzuhalten. Wenn man ihn bricht, ist das ebenfalls eine schwere Sünde. Im ersten Akt sagt er: "[...] schwör ich euch hier, treu und standhaft euer Hauptmann zu bleiben bis in den Tod! [...]" [I,2: S.33]
Amalia schwört Karl ebenfalls, ewig treu zu bleiben und ihn immer zu lieben. Die Vorstellung, diesen Schwur nicht einhalten zu können, würde für sie den Tod bedeuten. Folglich will sie auch zum Schluss des Dramas, als Karl ihre Liebe nicht erwidern kann, sterben, weil sie sonst in Schande leben müsste. "Halt, halt! Einen Stoß! Einen Todesstoß! [von Karl] Neu verlassen! Zeuch dein Schwert, und erbarme dich!" [V,2: S.137]
Ein weiteres Beispiel für die Werte in dieser Epoche ist der Diener Daniel. Franz will, dass er ihn umbringt, doch Daniel ist viel zu tugendhaft und gläubig, somit ergibt sich für ihn ein Konflikt zwischen Gehorsam gegenüber seinem Herren und Gehorsam gegenüber Gott. Schlussendlich gehorcht er dem Befehl seines Herren nicht und bleibt den Werten, die für ihn wichtig sind, treu.
Karls Kritik an der Gesellschaft ist heute in manchen Situationen sicher immer noch aktuell. Die Schwere zwischen Arm und Reich wird in der heutigen Zeit immer größer. Tyrannen gab es in jeder Epoche, gibt es heute noch (Beispiel Adolf Hitler, Mussolini, Stalin, etc.) und wird es vermutlich auch in Zukunft geben. Aber um in unserer heutigen Gesellschaft als Tyrann zu gelten, gilt es andere Werte und Moralvorstellungen zu missachten. Tyrannen in unserer heutigen Gesellschaft muss man mindestens einen ganzen Staat unter seine Herrschaft zwingen oder gewaltige Kriege führen. Das heißt also, dass bestimmte Konfliktpunkte der Gesellschaft und auch die Tyrannei auch bereits in der Epoche des Sturm und Drang existiert haben, jedoch haben die beiden Wörter in unserer Zeit eine etwas andere Bedeutung.
In diesem Zusammenhang hat der Charakter der Amalia den größten Eindruck bei mir hinterlassen. Sie ist durch ihre Liebe zu Karl sehr stark und schafft es, sich von Franz nicht beeinflussen zu lassen, obwohl er Karl immer wieder schlecht darstellt und einen immensen Druck auf sie ausübt, indem er sie zwingen will, ihn zu ehelichen und ihr droht, als diese sich ihm verweigert. Im dritten Akt sagt er: "Das wirst du [Amalia] nicht. Noch weiß ich Mittel, die den Stolz eines einbildischen Starrkopfs so hübsch niederbeugen können - Kloster und Mauern!" [III,1: S.77]
Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Drama "Die Räuber" ein typisches Werk für die Epoche des Sturm und Drang ist, da es sich mit einigen der wichtigsten Moralvorstellungen dieser Epoche auseinandersetzt. Ebenso zeigt es, dass einige Konfliktpunkte zu dieser Ziet, wie zum Beispiel der Glaube, das Bild der Gesellschaft und bestimmte Moralvorstellungen, auch in unserer heutigen Zeit immer noch aktuell sind.
Freitag, 31. Oktober 2008
Aufsatz
"Es reicht!" - mit diesem Ausruf hat Vizekanzler und Finanzminister Willhelm Molterer (ÖVP) wohl den Startschuss für die Neuwahlen im September 2008 gegeben. Natürlich trugen auch noch viele andere Aspekte dazu bei, dass wir am 28. September eine neue Regierung gewählt haben. Ich möchte in diesem Aufsatz meine Eindrücke zum Wahlkampf beschreiben, Themen behandeln, die mir in der Politik ein Anliegen sind und Gründe für die Wahlmüdigkeit vorbringen, sowie eine Kritik zur Behandlung bestimmter Themen vorbringen.
Im ersten Absatz möchte ich über meinen eigenen Eindruck vom Wahlkampf sprechen. Zunächst sind da die Wahlplakate, die ja wohl kaum zu übersehen sind. Egal ob man die Straße entlang läuft oder durch die Zeitungen blättert, überall lächelt einem ein anderer Herr entgegen, neben ihm, dick und groß gedruckt, seine mehr oder weniger realistischen Versprechungen. Ob diese Versprechungen nun wirklich alle eingehalten werden, ist wohl ziemlich unwahrscheinlich. Natürlich ist eigentlich jedem Bürger Österreichs klar, dass die Politiker auf diesen Plakaten mit den so genannten "Wahlzuckerln" locken wollen, besonders auch die jüngsten Wähler, die 16 - und 17 - Jährigen, die bei dieser Wahl das erste Mal überhaupt wählen durften. Jede Partei spricht selbstverständlich auch andere Themen an, besonders solche, mit denen sie eine bestimmte Zielgruppe treffen können. Bei der österreichischen Volkspartei (ÖVP) sind es dieses mal am häufigsten die älteren Generationen. Das lässt sich dadurch gut erkennen, dass auf ihren Wahlplakaten oft die Alterspflege und die Pension angesprochen werden. Auf den Plakaten der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) ist der neue Spitzenkandidat der Partei, Werner Faymann, riesig abgebildet, neben ihm beispielsweise die Worte "Die neue Wahl." oder "sozial, entschlossen, zuverlässig". Sie versuchen damit den neuen Spitzenkandidaten der Partei erst einmal vorzustellen und mit den verschiedenen Aussprüchen die enttäuschten Bürger Österreichs anzusprechen und ihnen mit den Worten "Die neue Wahl." zu sagen: die Regierung Österreichs hatte eine schlechte Phase, doch wenn ihr nun uns wählt, kann das besser werden. So ist es mehr oder weniger bei jeder Partei: Die FPÖ zeig ihren Spitzenkandidaten, Heinz-Christian Strache, ebenfalls riesengroß abgebildet, im Hintergrund die Farben der österreichischen Flagge. Bei den Grünen ist es Alexander Van der Bellen, dessen Gesicht ebenfalls die Hälfte des Plakates einnimmt. Informationen darüber, was die einzelnen Parteien nun wirklich machen, sind also auf diesen Plakaten kaum zu finden. Aber es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten sich ein tieferes Wissen über die einzelnen Parteien zu beschaffen. Da wäre zum Beispiel das Radio. Hier werden die Spitzenkandidaten einzeln befragt und man kann per SMS auch selbst Fragen schicken. Die nächste Möglichkeit ist das Internet. Jede Partei hat eine eigene Seite im Internet. Dort lassen unter anderem Kommentare aus der Presse, die wichtigsten Informationen zur jeweiligen Partei und schlussendlich auch das gesamte Wahlprogramm nachlesen. Wem es dann doch zu anstrengend ist, jedes einzelne Wahlprogramm durchzulesen, der kann sich dann auch noch die Konfrontationen der Spitzenkandidaten im Fernsehen ansehen. Meiner Erfahrung nach konnte ich bei diesen Konfrontationen eigentlich am meisten erfahren - auchwenn diese Gespräche oft etwas chaotisch waren. Wenn die Spitzenkandidaten jedoch den jeweiligen Konfrontationsgegner ausreden haben lassen, konnte man doch einiges heraushören. Somit war diese Methode meiner Meinung nach die beste.
Im kommenden Absatz möchte ich nun jene Themen ansprechen, die meiner Meinung anch in der Politik mehr angesprochen werden sollten. Als Erstes wäre da die Teuerung. In Österreich wird alles teurer, angefangen vom Benzin bis zu den Lebensmitteln. Bei diesen Preisen greifen sich die Österreich nur noch ungläubig an den Kopf. Aber was tun gegen diese Teuerung? Die SPÖ erwähnt in diesem Zusammenhang zum Beispiel die Halbierung der Mehrwertssteuer für Lebensmittel und die steuerliche Entlastung von kleineren und mittleren Einkommen. von Seiten der ÖVP spricht man von einer Entlastung des Mittelstandes durch Steuersenkung. Die Partei der Grünen will eine gerechtere Steuerverteilung, das heißt die Arbeit entlasten und höhere Steuern für Reiche. Die Freiheitliche Partei Österreichs schlägt eine Senkung der Mehrwertssteuer auf Grundnahrungsmittel, Energie und Medikamente vor und das BZÖ will unter anderem eine Senkung der Mineralölsteuer. Das sind teils unterschiedliche und teils ähnliche Vorschläge zum Stopp der Teuerung. Natürlich klingt die Senkung der Mehrwertssteuer auf Lebensmittel oder die Senkung der Mineralölsteuer sehr verlockend, aber ich denke, man muss hier trotzdem auch immer das Geld im Auge behalten. Denn natürlich wäre die Senkung dieser Steuern angenehm, doch woher soll die Regierung denn wiederum das Geld dafür nehmen? Vermutlich durch eine Steuererhöhung. Und dann ginge der ganze Spaß wieder von vorne los.
Ein weiteres Thema, das meiner Meinung nach präziser behandelt werden sollte, ist das Thema Frauenpolitik. Was mir bei diesem Thema wichitig ist, ist, dass Frauen in allen Jobs genauso viel verdienen wie Männer. Dennn leider ist es in Österreich immer noch so, dass "Frauenberufe" weniger gut bezahlt werden wie andere Berufe. Und da es nunmal häufig so ist, dass Frauen, die Mütter sind, beispielsweise nur in Jobs arbeiten können, bei denen sie nicht den vollen Tag beschäftigt sind und somit weniger verdienen. Da wir nun wirklich nicht mehr in den 50er Jahren leben, sollte es doch möglich sein, dies zu ändern. Dieses Thema wird parktisch von keiner der Parteien angesprochen. Nur die Grünen wollen beispielsweise in diesem Zusammenhang einen Papamonat einführen, die Kinderbetreuung fördern und auch die Gleichberechtigung der Frauen wird in ihrem Programm erwähnt.
In meinem dritten Absatz möchte ich die Behandlung gewisser Themen in der Politik einer Kritik unterziehen. Das möchte ich am Thema Integration vorbringen. Den Umgang mit diesem Thema muss ich hier hauptsächlich bei der FPÖ und dem BZÖ kritisieren. Zum Beispiel fordert die FPÖ eine rasche Entscheidung bei Asylfragen bzw. sie wollen Asylantenheime nicht in ihren Wohngebieten haben. Weiters ist hier die Forderung der FPÖ nach einer eigenen Sozialversicherung für MigrantInnen, die von diesen selbst zu finanzieren wäre, zu erwähnen. Meiner Meinung nach sind dies rassistische Äußerungen, die mit einer friedlichen und offenen Politik nichts zu tun haben. Im Gegensatz dazu sollte die Integration gefördert werden, zum Beispiel durch eine bessere Bildung für MigrantInnen, damit diese auch im Berufsleben durch bessere Jobs besser integriert werden. Diese Menschen einfach abzuschieben ist sicher keine Lösung. Von Seiten der BZÖ wird dies sofortige Abschiebung von MigrantInnen gefordert, wenn diese ein Gewaltverbrechen verübt haben und unabhängig davon, wie lange sie bereits in Österreich leben. Wiederum eine Aussage mit der ich keineswegs zufrieden bin. Wenn MigrantInnen eine österreichische Staatsbürgerschaft besitzen, haben sie das Recht in Österreich bestraft zu werden und auch in Österreich für ihr Verbrechen zu büßen. Meiner Meinung nach ist dies nur wieder eine weitere Vorgehensweise, MigrantInnen abzuschieben.
Mein letzter Absatz behandelt das Thema "Wahlmüdigkeit". Immer mehr Wahlberechtigte in Österreich weigern sich wählen zu gehen. Die Gründe dafür sind meiner Meinung nach plausibel. Als erster Grund sind hier sicher die Versprechungen zu nennen, die nun mal jeder Politiker vor den Wahlen macht und sie dann nicht einhält, weil er das vermutlich gar nicht könnte. So verlieren die Politiker das Vertrauen der Bürger und viele wollen dann natürlich auch nicht mehr wählen gehen. Weiters sollten die Politiker versuchen, mehr auf die Wünsche der Bürger einzugehen und sie mehr mit einzubeziehen. So könnten sie sicher auch großteils die Sympathie der Menschen gewinnen, da sie dann auch nahbarer wirken würden. Ein weiterer Vorschlag ist eben keine falschen Versprechungen zu machen und stattdessen die wirklichen Vorschläge und Ideen der Parteien, die auch wirklich umsetzbar sind, den Bürgern zu präsentieren um auch verfrühten Neuwahlen entgegenzuwirken.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass es heutzutage besimmt nicht einfach ist zu entscheiden, wen man wählen soll, denn oft wird man von den falschen Versprechungen geblendet und niemand kann einem sagen, ob eine Partei diese Versprechungen in die Tat umsetzen kann, oder einfach nur die Wahl gewinnen will. Die Wahlen sind nun bereits vorbei, und eigentlich kann man nur hoffen, dass die Politiker in Österreich es schaffen werden, eine stabile Regierung für die Zukunft zu schaffen.
Mittwoch, 4. Juni 2008
Interpretation eines Gedichts
"Ebenbild unseres Lebens" von Andreas Gryphius
Das Sonett "Ebenbild unseres Lebens" von Andreas Gryphius stammt aus der Epoche des Barocks und die Hypothese zum Thema ist der Vanitas - Gedanke also die Vergänglichkeit alles Irdischen.
Das Gedicht ist wie bereits erwähnt ein Sonett. Es umfasst 4 Strophen mit 14 Verszeilen (2x4 und 2x3 Verszeilen pro Strophe) . Das Reimschema der ersten beiden Strophen ist abba, für das erste Terzett ccd und für die letzte Strophe eed. Das Metrum ist regelmäßig und das Versmaß ist der Alexandriner, d.h. der 6 - hebige Jambus.
In den nächsten Absätzen möchte ich nun auf die Einzelheiten, also auf die inhaltlichen Abschnitte, näher eingehen. Die ersten beiden Strophen gehören inhaltlich zusammen und haben die Vergänglichkeit des menschlichen und irdischen Lebens als Hauptthema. Besonders zu Beginn wird der Eindruck vermittelt, dass der Mensch nur als Gast auf dieser Erde ist bzw. als Zuschauer. Zum Schluss der ersten Strophe erkennt man beim Durchlesen eine Anapher ("der steigt und jener fällt/ der suchte der Paläste/ der herrscht und jener webt). Das Versmaß ist der 6-hebige Jambus. Am Ende der ersten Strophe sind auch einige Antithesen zu erkennen. In der zweiten Strophe ist am Beginn wieder eine Anapher (was gestern war ist hin/ was itzt das Glück erhebt).
Im ersten Terzett wird der Gegensatz arm und reich beschrieben, der aber mit dem Tod keine Bedeutung mehr hat. Hier ist jeweils nach jeder Verszeile eine Zäsur. Zunächst gibt es wie bereits erwähnt diese Vergleiche zwischen arm und reich, bis dann zum Schluss der Tod wieder alle gleich macht, d.h. diese Gegensätze existieren dann nicht mehr. Den Begriff "Fleisch" für körperlich gleich kann man auch schon in der Bibel finden.
Das zweite Terzett beschreibt, dass die Dinge, die einen Menschen im irdischen Leben als etwas darstellen, wie z.B. eine Krone, nur auf der Erde von Bedeutung sind. Besonders auffällig sind hier zum Schluss die Ellipsen, also die unterbrochenen Sätze (Kron/Weißheit/Stärke und Gut). Diese Ellipsen leiten zum Schluss. Diese vierte Strophe ist ein durchgehender Satz, der nur durch einige Doppelpunkte unterbrochen ist.
Der Gegensatz zwischen Arm und Reich spielt in der heutigen Zeit sicher immer noch eine große Rolle. Reichere Menschen haben mehr Einfluss, leben völlig anders und haben wahrscheinlich sogar andere Sitten oder feiern andere Feste bzw. feiern bestimmte Feste anders. Diese Gegensätze werden in diesem Gedicht auch gut beschrieben. Aber alles endet mit dem Tod. Alles Schöne und Prunkvolle ist vergänglich und zum Schluss sind alle Menschen gleich, egal woher sie stammen oder wie viel Geld sie besitzen.
In der Zeitepoche des Barocks waren die Menschen in verschiedene Stände eingeteilt. Es gab den reichen also den ersten Stand, die weniger Reichen, das war der zweite Stand, und dann noch den armen Stand, das waren meist Bauern. Das Leben zu dieser Zeit war gezeichnet vom Vanitas- Gedanken, dass eben alles vergänglich ist, dem Memento mori und dem Carpe diem - Motiv. Die Epoche war außerdem vom 30 - jährigen Krieg erschüttert. Die Menschen nach einer Ausflucht. Besonders die Armen hofften natürlich, dass es nach ihrem Tod besser werden würde und dass es eine ausgeglichene Gerechtigkeit geben würde. Zumindest lässt sich das aus diesem Gedicht schließen. In der heutigen Zeit wird der Vanitas - Gedanke nicht mehr so ausgelebt wie damals, aber gleich geblieben ist, dass sich die Menschen Gerechtigkeit wünschen. Diese Gerechtigkeit wird jedoch auf der Erde kaum zu finden sein.
Dienstag, 27. November 2007
Was tun gegen Komasaufen?
Dieser Text beschäftigt sich mit dem Problem des zunehmenden Alkoholkonsums von Jugendlichen und Kindern und den Forderungen, die sich daraus ergeben.
Der Psychiater Oliver Bilke sagt, dass immer mehr 15-16-jährige in der Berliner Klinik eingeliefert werden und zwar aufgrund von Flatrate-Partys, Komasaufens und Gewohnheitstrinkerei. Noch ein Grund ist, dass diese Jugendlichen chronisch alkoholabhängig sind. Weiters gilt auch, dass die Tendenz zu Drogen geht, die sich im Alltag der Jugendlichen gut integrieren lassen. Heroin hat beispielsweise ein viel höheres Abschreckungspotential als Alkohol, da es Abhängige zu Drop-Outs macht. Die Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) machte nun den Vorschlag, Jugendliche als Testkäufer einzusetzen, um herauszufinden, ob Gastwirte, Supermärkte und Trinkhallen sich denn an das Jugendschutzgesetz halten. Die Testkäufer müssen jedoch mindestens 16 Jahre alt sein und von einer Behörde betreut werden. Außerdem müssen sie gut geschult sein. Die bisherigen Einsätze von solchen Testkäufern waren erfolgreich. Nach den Angaben von der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing (SPD) greifen erst ein Prozent der 11-jährigen einmal pro Woche zur Flasche, während sich unter den Pubertierenden bereits rund ein Viertel mindestens einmal pro Monat richtig volllaufen lässt. Doch einen kompletten Alkoholverbot für Jugendliche kommt für Bätzing nicht in Frage, denn die Kinder sollten lernen, mit Alkohol verantwortlich umzugehen. Hier spielen wiederum die Eltern und Erwachsenen für die Teenager eine wichtige Rolle, da sie Vorbilder für den Alkoholkonsum für sie sind. Nach der Statistik liegt Deutschland im oberen Drittel der europäischen Länder im Bezug auf den Alkoholkonsum. Die Alkoholsteuern betragen 3,3 Milliarden Euro, wobei die volkswirtschaftlichen Kosten viel höher sind. Diese liegen bei 19 Milliarden Euro. So kann man abschließend sagen, dass Alkohol wohl nur für die Produzenten ein gutes Geschäft ist
Das Einsetzen von Testkäufern ist für mich ein wichtiger Aspekt in diesem Text. Es ist wahr, dass in vielen Supermärkten und Gasthäusern Alkohol an Jugendliche ausgeschenkt wird, und die meisten gar nicht nach dem Alter fragen. Daher ist es wichtig, das zu testen und die Verantwortlichen zu bestrafen, denn der Alkoholausschank an Jugendliche unter 16 Jahren ist ja verboten. Zwar wird es wohl kaum möglich sein den Alkoholkonsum von Jugendlichen nur durch diese eine Maßnahme zu stoppen, aber ich denke trotzdem, dass es ein Schritt in die richtige Richtung ist.
Meiner Meinung nach ist das vollkommene Alkoholverbot für Jugendliche bis 18 Jahre nicht die richtige Lösung für das Problem. Sie sollten besser lernen, mit dem Alkohol richtig umzugehen und Verantwortung zu tragen. Außerdem kann niemand sagen, dass man mit 18 Jahren generell viel erwachsener und verantwortlicher ist als mit 16. Das ist von Mensch zu Mensch anders. Etwas muss gegen den immer wachsenden Alkoholkonsum von Jugendlichen getan werden, aber mit einigen Testkäufern und Verboten ist das wohl noch nicht getan.
Montag, 22. Oktober 2007
Charakterisierung
Sie saß auf einem Stuhl und schaute konzentriert auf ihr Buch, das vor ihr lag.
Ihre Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Menschen gingen an ihr vorbei. Waren laut. Lachten. Doch sie schien nichts davon zu bemerken. Nur hin und wieder sah sie auf und starrte an die Decke. Aber nur kurz. Dann zog sie das Buch wieder in seinen Bann. Sie war in ihrer eigenen kleinen Welt. Niemand konnte sie stören.
Jeden Tag saß sie am gleichen Platz. Wenn man sie sah, konnte man vielleicht meinen, sie wäre allein, hätte keine Freunde. Vielleicht war es auch so.
Die Zeit verging und nur hin und wieder sah sie von ihrem Buch auf. Manchmal strich sie sich eine Strähne aus dem Gesicht. Sie war nicht besonders groß. Ihr Aussehen raubte einem nicht gerade den Atem. Doch sie strahlte eine solche Ruhe aus, wenn sie einfach nur dasaß und las.
Einmal setzte ich mich zu ihr. Als ich auf sie zu kam, sah sie mich nur kurz an.
„Hallo!“, sagte ich.
„Hallo!“, sagte sie leise und mit etwas brüchiger Stimme.
Ich setzte mich. Sie konzentrierte sich auf ihr Buch. Doch irgendwie war sie nicht mehr ganz so ruhig wie vorher, als sie noch allein war.
Nach einigen Minuten des Schweigens sagte ich: „Sag mal, was liest du denn da eigentlich?“
Sie sah nicht einmal von ihrem Buch auf und sagte nur: „Kennst du sicher nicht.“
„Woher willst du das denn wissen?“, fragte ich.
„Weil es fast niemand kennt.“, sagte sie. Sie sprach sehr leise. Beinahe flüsterte sie. Und immer wieder wich sie meinen Blicken aus. Also entweder sie war sehr schüchtern oder einfach ziemlich unfreundlich. Aber es war wohl doch einfach Schüchternheit.
Darauf sagte ich nichts mehr. Doch ich blieb noch sitzen. Sie sagte nichts. Aber ich bemerkte, wie sie immer wieder zu mir sah. Sie war nicht mehr ruhig. Ich hatte fast das Gefühl, ich würde sie stören. Dabei saß ich ja einfach nur da und tat gar nichts.
Donnerstag, 14. Juni 2007
Es war sehr still. Nur hin und wieder hörte man das Rauschen des Windes in den Tannenwipfeln. Endlich Ruhe. Er ging weiter. Immer dem Lauf des Flusses entlang.
Der Fluss war nicht besonders breit. Er lief weiter. Hinter ihm lang der Wald. Groß, dunkel und einsam. Die Sonne war schon fast untergegangen.
Er setzte sich. Das Gras war nass und kalt. Wie war er eigentlich hierher gekommen?
Er wusste es nicht. Niemand war da um ihm eine Antwort zu geben. Er war allein. Er schloss seine Augen und atmete tief ein. Die Luft war frisch. Weshalb bin ich nur hier? Ich bin gelaufen. Immer weiter. Ich bin nicht stehengeblieben. Ich konnte nicht stehenbleiben. Niemand hat mich aufgehalten. Warum denn auch? Er öffnete seine Augen. Immer noch Stille. Er betrachtete seine Hände. Dann lauschte er. Der Wind war verstummt. Wie spät ist es eigentlich? Aber auch egal. Er schaute über den Fluss. Dort sah er ebenfalls einen Wald. Es schien ihm, als wäre dieser noch finsterer als der, der hinter ihm lag.
Er hörte ein Knacken hinter sich und drehte sich um. Da war niemand. Eigentlich schade.
Aber auch nicht wirklich wichtig. Wenn jemand hier wäre, hätte ich ja keine Ruhe mehr. Und das wollte ich doch auch, oder? Ja, so ist es gut.
Er stand auf und machte einige Schritte auf das Wasser zu. Er blieb stehen und schaute zum Himmel empor. Keine Sterne zu sehen heute. Schade, sie haben mir gefallen.
Als er an sich hinabsah, bemerkte er, dass sein ganzer Körper zitterte. Er atmete tief durch den
Mund ein bis die Luft seine Lungen füllte. Jetzt war er ruhig. Das Zittern hatte aufgehört. Wieder machte er einige Schritte auf das Wasser zu. Langsam watete er hinein. Es ist nicht so kalt wie ich dachte. Noch einmal blickte er zurück. Dann tauchte er unter.